Artikelformat

Travel Risk Map und gesunder Menschenverstand: Sicherheit für Backpacker

Sicherheit

Leider muss das Thema Sicherheit auf Reisen immer mal wieder erwähnt werden. Dabei handelt es sich natürlich um ein weites Feld: In manchen Ländern drohen Terroranschläge und Entführungen, in anderen Ländern eher Unfälle durch Inkompetenz und mangelnde Ausrüstung. Mit etwas Information lässt es sich aber zumindest ein wenig planen.

Die Travel Risk Map

Die beiden Organisationen SOS International und Control Risks veröffentlichen eine permanent aktualisierte Travel Risk Map, die verschiedene Bereiche abdeckt. Aus dem DropDown-Menü oben rechts am Bildschirm kann zwischen gesundheitlichen Risiken, Risiken im Straßenverkehr und allgemeiner Reisesicherheit gewählt werden. Die letzte Übersicht ist besonders interesssant: Lediglich die nordischen Staaten (Skandinavien, Finnland, Island und Grönland), sowie Luxemburg, die Schweiz, Slowenien und die kapverdischen Inseln verdienen sich den Status „unbedeutendes Risiko“. Westeuropa einschließlich Deutschland hat den gleichen Status „niedrig“ wie beispielsweise Usbekistan, Iran, das südamerikanische Surinam oder der westafrikanische Senegal. Tiefrot, d.h. „hohes Sicherheitsrisiko“ sind dagegen u.a. Teile von Mexiko, das früher touristisch so beliebte Venezuela und die südthailändischen Unruheprovinzen an der Grenze zu Malaysia.

Als grober Überblick kann die Travel Risk Map zusammen mit den Reisehinweisen des Auswärtigen Amts ein guter Anfangspunkt sein. Weiterhin ist es sinnvoll, das Internet zu bemühen. Es gibt viele Länder, die in Deutschland als Reiseziele kaum bekannt sind, aber woanders hoch im Kurs stehen, z.B. mittelamerikanische Länder wie Belize, Costa Rica und Panama. Hier lässt sich unbesorgt Urlaub machen. Andere Länder dagegen werden zwar touristisch gehypt, sind aber dennoch mit Gefahren verbunden, z.B. Teile von Myanmar/Burma, die südlichen Provinzen der Philippinnen und die bereits erwähnte südthailändische Provinz Songkhla.

Die Einheimischen nicht unterschätzen

Viele Reiseziele sollten auch eher mit Vorsicht genossen werden, vor allem von jungen Backpackern mit wenig Reiseerfahrung. So ist es kein Problem einige wunderschöne Tage an den legendären Stränden von Rio de Janeiro zu feiern, nachts in Lapa Samba zu tanzen und die die koloniale Altstadt zu bewundern, doch es ist leicht, sich in eine Favela zu verirren und dort sein Leben zu riskieren. Natürlich gilt generell, dass die 99% der Einheimischen Fremden gegenüber freundlich und hilfsbereit eingestellt sind. Doch dies bedeutet nicht, dass die 1% mit üblen Absichten ignoriert werden können. Seien es Drogenbanden, die erst schießen und dann fragen ob der Fremde vielleicht doch ein verirrter Tourist und kein Zivilpolizist war, oder einfach Kriminelle, für die gutgläubige Fremde einfache Opfer sind.

Wer zu den Backpackern gehört, die auf Reisen Wert darauf legen, mit Einheimischen Kontakte zu knüpfen, sollte dies vorab schon online einleiten. Möglichkeiten gibt es schließlich genug, z.B. indem einfach über AirBnB, Couchsurfing & Co. ein Bett/Zimmer bei einem Einheimischen gebucht wird oder eine Verabredung mit einem „Greeter“ organisiert wird. Oft lassen sich auch online Menschen in fernen Ländern finden, die das gleiche Hobby teilen – und schon hat man ein Gesprächsthema, wenn man sich persönlich trifft.

Vorsicht bei organisierten Ausflügen

Da die meisten Backpacker mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, blühen an touristischen Zielen die Angebote an Tagesausflügen und „Adventure Tours“ wie Wanderungen im Dschungel, Ziplining, Höhlenklettern und mehr. Längst nicht alle Anbieter sind autorisiert und geprüft. Immer wieder kommt es zu tödlichen Zwischenfällen, weil Touristen Ausflüge mit unautorisierten lokalen Führern ohne entsprechende Sicherung und Kenntnisse unternehmen. Daher sollte bei Ausflugsangeboten auf keinen Fall nur auf den Preis geachtet werden.

Besser: Vor der Reise online nach renommierten Anbietern suchen, die eine eigene Website mit übersichtlichen Tourangeboten und Preisen haben und die auf globalen Websites wie TripAdvisor schon einige positive Bewertungen bekommen haben. Wer bereits unterwegs ist, kann auch vor Ort noch auf dem Smartphone oder dem mitgebrachten Laptop verschiedene Anbieter und ihre Bewertungen überprüfen. Wirkt etwas zu gefährlich – zum Beispiel eine Kanutour auf einem reißenden Fluss, bei der keine Schwimmwesten angeboten werden oder eine Klettertour in den Bergen ohne Absicherung durch Seile – dann lieber auf die Vernunft hören und es sein lassen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.