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Unterwegs krank! Was nun?

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Auch die beste Reisevorbereitung schützt nicht immer vor Krankheiten. Für viele Menschen ist es eine Horrorvorstellung, elend krank im Hotelbett zu liegen und niemanden zu kennen oder ein Krankenhaus in einem fremden Land aufzusuchen zu müssen. Es gibt jedoch einige Tipps, mit denen sich Krankheit auf Reisen besser aushalten lässt.

Wenn Montezumas Rache zuschlägt

Die häufigsten Krankheiten auf Reisen betreffen den Magen-Darm-Trakt. Ungewöhnliche Nahrungsmittel und mangelnde Hygiene bei der Zubereitung strapazieren den westlichen Magen, der mit Durchfall reagiert. Wer in einem Hostel-Schlafsaal mit zehn Betten untergekommen ist, sollte sich nach Möglichkeit schnellstens in ein Hotel mit Einzelzimmer umquartieren, wenn sich eine Magen-Darm-Erkrankung anbahnt. Wer alle fünf Minuten zur Toilette muss, will dafür nur wenige Schritte benötigen und sich nicht durch einen Gang schleppen, an deren Gästen vorbeidrängen oder die Toilette gar besetzt vorfinden. Auch andere Hostelgäste werden es zu schätzen wissen.

Ganz wichtig ist beim Durchfall entsprechend viel zu trinken um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Am beste sind sogenannte Sportgetränke, die zugleich auch Mineralien liefern. Notfalls kann der Salzverlust aber auch mit einem Päckchen Salz aus dem Frühstücksraum ausgeglichen werden.

Der erste Gedanke gilt meist einem Durchfallmittel wie Imodium. Diese sind jedoch nicht immer die beste Lösung. Durchfall wird meist durch eine Lebensmittelvergiftung ausgelöst und der Körper will das Gift möglichst schnell und gründlich loswerden. Der Wirkstoff Loperamid (der u.a. im Imodium steckt) zielt jedoch darauf ab, den Darminhalt schnell wieder zu „verfestigen“ und den Durchfall zu stoppen. Dabei bleiben jedoch Giftstoffe im Körper. So schlimm es klingt: Es kann besser sein, den Durchfall einfach seinen Gang gehen zu lassen, bis der Körper sich von selbst beruhigt.

Sonnenbrand

Viele „Bleichgesichter“ unterschätzen die Kraft der Tropensonne. Einmal am Strand eingeschlafen und nach zwei Stunden krebsrot erwacht: Schon ist der Sonnenbrand da. Die verbrannte Haut benötigt viel Feuchtigkeit – von innen (viel trinken!) und von außen (vitaminreiche Body Lotion oder After Sun). In schweren Fällen hat die Apotheke vor Ort sicher eine Brandsalbe mit Hydrocortison, die die Beschwerden lindert. Damit sich die Haut in Ruhe erholen kann, ist es am besten ein paar Tage möglichst im Schatten oder in Innenräumen zu bleiben. Ist Sonnenlicht unvermeidlich, hilft körperbedeckende Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen. Endlich ein Grund, warum man nun doch eine diese kunterbunten langen Pluderhosen am Markt kaufen darf…

Höhenkrankheit

Ein vielfach unterschätztes Problem ist die Höhenkrankheit, die auf2.500 Metern Höhe beginnt. Die meisten Backpacker erwischt es im Himalaya, doch auch die „Route der Vulkane“ in Ecuador, der Kilimandscharo oder Tibet sind hochgelegene Backpackerziele. Verursacht wird die Höhenkrankheit durch die dünnere sauerstoffarme Luft und den niedrigeren Blutdruck. Zu den Symptonen gehören Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Kurzatmigkeit. Es ist daher sinnvoll, den Körper ganz langsam an den Höhenunterschied zu gewöhnen und lieber 1-2 Tage mehr für den Weg auf den Kilimandscharo einzuplanen. Wenn möglich, sollten Übernachtungen so tief wie womöglich erfolgen, da die Symptome im Schlaf schlimmer werden. Also tagsüber zu den Gipfeln hinaufsteigen und nachts am Fuß des Berges schlafen.

Schwierig ist für den Körper auch die plötzliche Umstellung bei einem Flug aus der Ebene in eine hochgelegene Stadt wie La Paz in Bolivien (3600 Meter) oder Lukla in Nepal (2860 Meter). Es kann sehr hilfreich sein, stattdessen mit dem Bus anzureisen, so dass sich der Körper langsam an die steigende Höhe gewöhnt. Im schlimmsten Fall kann ein Arzt vor Ort ein spezielles Medikament gegen Höhenkrankheit verordnen. Auf keinen Fall sollten die Symptome ignoriert werden, auch wenn dies möglicherweise bedeutet, auf den heißersehnten Trek zu verzichten.

Ein Tipp zu Ärzten und Krankenhäusern

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Wer medizinische Hilfe vor Ort benötigt, sollte bei Google nach empfehlenswerten Ärzten oder Krankenhäusern suchen. Privatkliniken sind gerade in wirtschaftlich schwachen Ländern den öffentlichen Krankenhäusern vorzuziehen. Oft kann auch die Versicherungsgesellschaft helfen, bei der die Auslandskrankenversicherung abgeschlossen wurde: Sie hat möglicherweise Adressen von Ärzten und Kliniken zur Hand, mit denen sie zusammenarbeitet.

Der letzte Tipp: Stets auf viel Schlaf achten! Es klingt nach Muttis Binsenweisheit, aber wer täglich bis tief in die Nacht hinein in den örtlichen Bars hockt und Party macht, schwächt sein Immunsystem. Nur mit ausreichend Schlaf hat der Körper ausreichend Kraft um sich selbst zu heilen.

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