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Inselhüpfen in der Karibik

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Überdimensionierte Kreuzfahrtschiffe, Pauschaltouristen in All-Inclusive-Resorts und überteuerte Honeymoon-Packages im Luxusresort: Die Karibik drängt sich nicht gerade als Backpacker-Ziel auf. Dennoch können auch Backpacker mit kleinem Budget die Karibik genießen – zum Beispiel beim Inselhüpfen in bestimmten Regionen.

Kleine oder große Antillen, Leeward oder Windward?

„Die Karibik“ ist ein riesiges Gebiet, das sich auf einer einzigen Reise kaum erkunden lässt. Geografisch wird zunächst zwischen den „Großen“ und den „Kleinen“ Antillen unterschieden: Die „Großen“ sind die großen Inseln Kuba, Jamaica und Hispaniola (politisch getrennt in Haiti und die Dominikanische Republik) und die „Kleinen“ alle anderen, die wiederum in die nördlichen „Leeward Islands“ (Inseln über dem Wind – die amerikanischen Jungferninseln bis Dominica) und die südlichen „Windward Islands“ (Inseln unter dem Wind – Martinique bis Trinidad) unterteilt werden. NICHT zur Karibik gehören übrigens die Bahamas und die Turks- und Caicosinseln, die weiter nördlich im Atlantik liegen. Manche Inseln sind heute unabhängig, andere sind bis heute Überseegebiete der alten Kolonialmächte Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und der USA. Wer beispielsweise ausschließlich nach Martinique und Guadeloupe reist, hält sich auf französischem Boden und damit im EU-Gebiet auf.

Inselhüpfen in der Karibik: So geht es

Die komplizierten politischen Verhältnisse in der Karibik dienen als Erklärung, warum weit weniger Fähren zwischen den Inseln verkehren als die meisten ahnen. Zum Inselhüpfen sind beispielsweise die Inseln Dominica, Martinique, Guadeloupe, Marie-Galante, Les Saintes und St. Lucia geeignet, die alle von L’Express des Îles angefahren werden.

Mehrere Fährlinien verkehren zwischen den amerikanischen und den britischen Jungferninseln (u.a. St. Thomas, Tortola und St. Croix, sowie von St. Thomas und St. John nach Puerto Rico), sowie weiter südlich in der Karibik zwischen Anguilla, Sint Maarten, Saba und Saint Barthélemy. Andere Fährlinien werden immer wieder angekündigt und kommen dann doch nicht zustande oder stellen den Betrieb schnell wieder ein.

Eine gründliche Planung online ist also unverzichtbar für Backpacker und auf Logik sollte sich niemand verlassen: So liegt es auf der Hand, dass die drei niederländischen ABC-Inseln (Aruba, Bonaire, Curacao) per Fähre miteinander verbunden sein sollten, doch sie sind es nicht. Stattdessen fliegt u.a. InselAir zwischen den drei ABC Inseln (und vielen anderen Karibikinseln). Die größte Fluggesellschaft für interkaribische Flüge ist LIAT, deren Basis auf Antigua liegt. Allerdings bietet LIAT keine praktischen „Islandhopping“-Pauschaltarife an und einzelne Flüge sind relativ teuer.

Günstige Unterkünfte in der Karibik finden

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Selbst scheinbare Luxusziele wie St. Lucia und Barbados bieten günstige Unterkünfte jenseits der Fünf-Sterne-Resorts. Über AirBnB und Seiten wie Hostelbookers lassen sich leicht Gästezimmer bei Einheimischen oder einfache Apartments zur Selbstverpflegung für unter 50 Euro finden.

Wer sehr aufs Geld achten muss, sollte bei der Wahl der Inseln auch wiederum die Politik beachten: Auf den zu Frankreich gehörenden Inseln wie Martinique und Guadeloupe wird mit dem Euro bezahlt, während die Währungen anderer Inseln eng an den US-Dollar geknüpft sind. Ist der Dollarkurs gerade günstig, sind diese Inseln (z.B. Barbados, St. Lucia oder Jamaica) günstig für europäische Backpacker, ist der Dollarkurs jedoch schlecht, sind die Euro-Inseln die günstigere Wahl.

Was gibt es zu sehen?

Letztendlich spielen natürlich auch die persönlichen Vorlieben eine Rolle bei der Wahl. Sehr beliebt bei Backpackern ist Jamaica, die Heimat von Bob Marley, dem Reggae und den Rastafarians. Seit 2015 wurde auch der Besitz von Ganja entkriminalisiert, so dass Kiffer nicht mehr sofort mit einer Gefängnisstrafe rechnen müssen. Auf der anderen Seite hat Jamaica eine der höchsten Mordraten der Erde und ist berüchtigt für die Diskriminierung Homosexueller.

Naturliebhaber kommen beispielsweise auf St. Lucia mit den Deux Pitons auf ihre Kosten, während es Taucher nach Bonaire und Saba zieht, sowie nach St. Croix (amerikanische Jungferninseln) und nach Virgin Gorda (Britische Jungferninseln) mit dem Wrack der 1867 gesunkenen HMS Rhone. Geschichtsträchtig sind u.a. Barbados, Martinique und St. Kitts mit vielen historischen Sehenswürdigkeiten, Festungen und Plantagen. Sint Maarten wiederum zieht Planespotter aus aller Welt an, die am Maho Beach aus nächster Nähe den landenden Großraumflugzeugen auf dem Princess Juliana International Airport zusehen.

 

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