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Do’s and Don’t s für Backpacker: Der Knigge fürs Ausland

saigon

Angesichts der jüngeren Berichterstattung muss man sich schon fragen, was in die neue Generation der Backpacker gefahren: In mehreren Ländern wurden ausländische Touristen verhaftet, weil sie unbedingt nackt in bekannten Sehenswürdigkeiten herumspringen mussten. Letzter Höhepunkt (oder Tiefpunkt, je nach dem): Vier junge Backpacker, die sich am Gipfel des Kinabalu auf der malaysischen Insel Borneo auszogen – trotz der Bitten ihrer einheimischen Führer, die nicht zu tun, da der Berg den Anwohnern als Heiligtum gelte. Kurios: Kurz darauf kam es in der Region zu einem Erdbeben. Prompt vermuteten die Einwohner, dass die nackten Touristen die Götter entzürnt hatten und somit für das Erdbeben mit 18 Todesopfern verantwortlich waren. Als Wiedergutmachung wurden zehn Büffel gefordert.

Nun lässt sich über den Aberglauben der einheimischen Stämme von Sabah streiten und letztendlich lief die Sache für die vier betroffenen Touristen glimpflich ab. Die beiden Kanadier, eine Britin und ein Niederländer saßen drei Tage im Knast, mussten jeder etwa 1200 Euro zahlen und wurden des Landes verwiesen. Dass sie Lust hatten, noch länger in Malaysia zu bleiben, ist wohl nicht anzunehmen. Dennoch stellt sich die Frage: Was zum Teufel?!

Informieren geht über den Sprung ins Fettnäpfchen

Dass bei Fernreisen immer wieder kulturelle Fettnäpfchen drohen, ist kein Geheimnis. Die meisten Einwohner können auch damit leben, dass sich die Gäste ab und zu daneben benehmen. Dennoch scheint sich der gesunde Menschenverstand bei immer mehr Backpackern zu verabschieden, sobald sie das Flugzeug besteigen.

In jedem guten Reiseführer stehen Hinweise zur Kultur des Landes und zu Fettnäpfchen, die es zu vermeiden gilt. Auch das Internet hilft weiter. Wer beispielsweise bei Google „Do’s and Don’ts Malaysia“ eingibt, erhält eine ganze Reihe hilfreiche Tipps. Vernünftige körperbedeckende Kleidung in diesem islamisch geprägten Land zum Beispiel oder der asiatische Hang dazu, um jeden Preis das „Gesicht zu wahren“ statt in einen Tobsuchtanfall zu verfallen.

Andere Sachen lassen sich auch durch eine gute Beobachtungsgabe herausfinden: Stapeln sich vor einem Tempel zahlreiche Schuhe und Besucher kommen gerade barfuß heraus, liegt es auf der Hand, dass das Ausziehen der Schule gewünscht ist. Wer natürlich den Blick nicht vom Smartphone hebt, trampelt auch mit Turnschuhen in den Tempel.

Den gesunden Menschenverstand einschalten

Würden diejenigen, die sich auf dem Kinabalu oder in Angkor Wat splitternackt ausziehen, dies auch im Kölner Dom oder auf der Aussichtsplattform des Eiffelturms tun? Vermutlich nicht und nicht nur, weil es in Mitteleuropa einige Grade kälter ist. So sollte es doch eigentlich für jeden denkenden Menschen auf der Hand liegen, dass das, was zuhause absolut nicht geht, auch woanders nicht geht.

Wer unsicher ist, findet gerade an religiösen Orten häufig Hinweisschilder zum korrekten Benehmen. Ansonsten gibt es fast überall auch Personen, an die eine Frage gerichtet werden kann. Wobei an heiligen Orten wie Angkor Wat vermutlich schon die Frage „Darf ich mich hier nackt ausziehen?“ selbst einen buddhistischen Mönch kurz vor dem Nirwana die Contenance verlieren lässt.

Und ansonsten gilt noch immer die alte Weisheit: When in Rome… do as the Romans do.

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