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Die grüne Insel: Backpacking in Irland

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Die „Emerald Isle“ ist das wohl schönste Ende Europas – und ein vielseitiges Ziel für Backpacker. Vor allem Naturfreunde kommen hier auf ihre Kosten, denn Irland ist malerischen Steilküsten, dramatischen Gebirgszügen und tiefblauen Seen geprägt, die sich am besten zu Fuß erleben lassen.

Unterwegs in Irland

Der beste Ausgangspunkt für eine Rundreise ist die Hauptstadt Dublin an der Ostküste. Zahlreiche Airlines fliegen von Deutschland direkt nach Dublin, darunter Eurowings/Germanwings, Aer Lingus und natürlich Irlands mittlerweile berühmteste Airline Ryanair. Für die eigentliche Rundreise ist der Mietwagen die beste Option um auch abgelegene Naturschönheiten zu erreichen. Wer sich jedoch nicht in den irischen Linksverkehr stürzen mag oder sparen möchte, kann auf diverse Buslinien zurückgreifen. Air Coach verbindet Dublin mit Cork und Belfast, CityLink bedient die Route Dublin-Galway. Die nationale Busgesellschaft Bus Éireann ist im ganzen Land unterwegs. Innerhalb des Großraums Dublin ist DART (Dublin Area Rapid Transit) die beste Option. Natürlich gibt es auch eine Eisenbahn mit Intercity-Verbindungen, die jedoch für Spontanreisende eher teuer ist. So kostet ein Fahrschein von Dublin nach Galway 36,65 Euro mit der Bahn und 15 Euro mit dem Bus.

Im ganzen Land gibt es gemütliche Hostels mit günstigen Dorms, Jugendherbergen und kleine Bed & Breakfast-Unterkünfte, die je nach Saison etwa 20-30 Euro pro Nacht verlangen. Nur an Feiertagen wie Weihnachten, Silvester und St. Patrick’s Day verdreifachen sich die Preise. Günstiges Essen gibt es in den klassischen irischen Pubs – hier sollten Besucher aber gerade in Dublin darauf achten, nicht in Touristenfallen zu tappen. Vor allem die Pubs im berühmten Kneipenviertel Temple Bar verlangen weit höhere Preise als Pubs in anderen Vierteln und außerhalb Dublins.

Wohin in Irland?

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Wohin nicht? Wäre eine sinnvollere Frage, denn Irland hat unglaublich viel zu bieten. Direkt vor den Toren Dublins beginnen die wunderschönen Wicklow Mountains mit kargen Heidelandschaften, Wasserfällen und Seen. Ein Muss ist das berühmte Kloster von Glendalough mit seinem 33m hohen Rundturm und der Kirche des heiligen Kevin. Von hier geht es weiter nach Cork an der Südküste von Irland, wo sich ab und zu Wale klicken lassen. Nördlich von Cork liegt Blarney Castle, heimat des berühmten „Blarney Stone“. Wer den „Stein der Sprachgewandtheit“ küsst, verwandelt sich angeblich in eine Plaudertasche. Das Wort „Blarney“ hat sich in Irland und Großbritannien längst zals Ausdruck für hohles Geschwätz eingebürgert.

Der Südwesten Irlands mit dem „Ring of Kerry“ (einer 179km langen Straße an der Küste entlang) ist das Bilderbuch-Klischee-Irland, das die meisten Touristen anzieht. Hier muss dann auch mit höheren Preisen gerechnet werden, die die Kulisse allemal wieder wettmacht. Zu den Highlights gehören die Städtchen Killarney und Waterville und Kell’s Bay. Spätestens seit dem neuen Star Wars Film „Das Erwachen der Macht“ kennt jeder die atemberaubende Insel Skellig Michael, auf der die letzte Szene gedreht wurde. Der Besuch der Insel ist nur bei wirklich gutem Wetter möglich.

An der rauen Atlantikküste weiter nördlich liegen die berühmten Cliffs of Moher, die bis zu 200 Meter hoch aus dem Meer ragen. Urtümlich geht es auf den Aran Islands zu, auf denen das irische Gälisch bis heute die Hauptsprache geblieben ist. Wer genug Geld mitbringt, kann sich hier einen originalen handgestrickten Aran Sweater kaufen. Die Inseln und die Cliffs of Moher sind am besten von Galway aus zu erreichen, der gälischsten Stadt Irlands. Bekannt ist die Stadt für die Claddagh-Ringe, die als Freundschaftsringe verschenkt werden.

Weiter nach Nordirland

Auf den seit Jahrhunderten schwelenden Konflikt zwischen Irland und den englischen „Besatzern“ wollen wir hier nicht eingehen. Seit die IRA den bewaffneten Konflikt aufgegeben hat, konnte das zum Vereinigten Königreich gehörende Nordirland wirtschaftlich und touristisch aufblühen. Wie es nach dem „Brexit“ weitergehen wird, bleibt abzuwarten. Derzeit ist es für Reisende kein Problem, die Grenze von der Republik Irland nach Nordirland zu überqueren oder umgekehrt. Passkontrollen finden meist nicht statt. Wer mit dem Pass eines Nicht-EU-Landes unterwegs ist sollte jedoch ggf. Visa-Vorschriften für die Einreise ins Vereinigte Königreich beachten. Die größten Unterschiede sind der plötzliche Wechsel von Kilometerangaben zu Meilen und vom Euro zum Britischen Pfund.

Ein Muss in Nordirland ist der einzigartige Küstenabschnitt „Giant’s Causeway“ an der Nordküste mit seinen gut 40.000 Basaltsäulen – ein Wunderwerk der Natur. Ein Tagesausflug ab Belfast kann mit einem Abstecher zur Bushmill’s Destillery verbunden werden. Belfast selbst hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Im Hafen ist das neue Stadtviertel Titanic Quarter mit dem Titanic Belfast-Museum entstanden. Wer sich für die jüngere Geschichte des Nordirlandkonfliktes interessiert, besucht das Ulster Museum und nimmt an einem geführten Spaziergang durch die ehemalige Konfliktzone mit ihren berühmten Wandgemälden teil. Noch beliebter sind freilich organisierte Tagestouren zu den Drehorten der Serie „Game of Thrones“, die z.T. in Nordirland gefilmt wird.

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