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Äthiopien: Die Wiege der Menschheit

Blue Nile Falls, Ethiopia, Africa

Urlauber zieht es in Afrika fast ausschließlich in die Länder südlich des Äquators wie Kenia, Tansania, Sambia und Namibia oder in die arabisch geprägten Mittelmeeranrainer wie Ägypten und Marokko. Die Länder dazwischen werden häufig übersehen und sind doch ebenfalls unbedingt eine Reise wert. Äthiopien beispielsweise, ein Land mit einer fast unvergleichlichen Geschichte, spannenden Sehenswürdigkeiten und für westliche Urlauber sehr niedrige Kosten.

Warum nach Äthiopien?

Äthiopien gilt als Wiege der Menschheit: Schon vor vielen Jahrtausenden tummelten sich hier die Vorläufer von Homo Sapiens. 1974 wurde im Afar-Dreieck „Lucy“ entdeckt, das Skelett eines frühen menschlichen Wesens, das etwa 3,2 Millionen Jahre alt ist. Lucy ist heute übrigens im Nationalmuseum von Addis Abeba zu sehen. Die jüngere Geschichte von Äthiopien begann mit dem frühchristlichen Königreich von Aksum, das zwischen dem 4. und 7. Jahrhundert seine größte Blüte erlebte. Bis heute ist Aksum (nahe der Grenze zu Eritrea) eine heilige Stadt der Äthiopier und in der Kirche St. Maria von Zion wird angeblich die biblische Bundeslade aufbewahrt.

Im 20. Jahrhundert machte Äthiopien als Kaiserreich unter Kaiser Haile Selassie von sich reden. Der letzte Kaiser von Abessinien und direkter Nachfolger des biblischen Königs Salomon wird bis heute von den Rastafari als wiedergekehrter Messias verehrt. Heute ist Äthiopien ein sehr armes Land, das wie so viele afrikanische Staaten von Mangelwirtschaft, Korruption und einer viel zu schnell wachsenden Bevölkerung geplagt wird. Doch wer sich auf die Reise macht, wird ein faszinierendes Land voller gastfreundlicher Menschen erleben.

Wohin in Äthiopien?

Fragt man Menschen nach Sehenswürdigkeiten in Äthiopien erhält man meist nur ratlose Blicke. Dabei gibt es eine Menge zu sehen. Neben der heiligen Stadt Aksum zum Beispiel die Felsenkirchen von Lalibela, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören und die alte Hauptstadt Gonder mit ihrem beeindruckenden Palast. Naturfreunde wandern im Simien Mountains National Park, der den höchsten Berg Äthiopiens, den 4533 Meter hohen Ras Dashan umgibt. Hier leben einige extrem seltene Tierarten wie der äthiopische Wolf, der Walia Ibex und der Lämmergeier. Kleiner ist der Awash National Park, der er dem Klischeebild Afrikas mit Leoparden, Zebras, Antilopen und Affen entspricht. Ein weiteres empfehlenswertes Ziel ist der Blaue Nil bei Tis Issat: Von seiner Quelle etwa 30 km entfernt fließt er nach Bahir Dar, wo er einen spektakulären Wasserfall bildet und dann in den Tana-See mündet.

Unterwegs nach und in Äthiopien

Ethiopian Airlines fliegt von Frankfurt aus direkt in die Hauptstadt Addis Abeba. Daneben bestehen etliche Umsteigeverbindungen, z.B. mit Emirates über Dubai oder, Kenya Airlines oder Lufthansa über Nairobi.

Innerhalb von Äthiopien sind „Luxus“-Buslinien wie Skybus und Selambus zu empfehlen, deren Busse klimatisiert und recht schnell sind. Öffentliche Busse sind zwar extrem billig, aber auch überfüllt und langsam.  Wichtig: Da meist nur ein Bus pro Tag fährt, sollten Tickets möglichst 2-3 Tage im Voraus gebucht werden um einen Platz zu bekommen.

Die äthiopische Küche ist mittlerweile auch in Deutschland bekannt, vor allem das gummiartige Injera-Fladenbrot. Alleine mit Injera und seinen unzähligen köstlichen Füllungen (oft mit Kichererbsen oder Linsen) lässt sich im Land gut leben. Eine Mahlzeit von Straßenhändlern kostet weniger als einen Dollar, ein Bett in Backpacker-Unterkünften etwa fünf Dollar.

Die Danakil-Senke

Eine Warnung zum Schluss: Ein weiteres berühmt-berüchtigtes Ziel in Äthiopien ist die Danakil-Senke (das Afar-Dreieck), der tiefste Punkt Afrikas und eine extrem trockene, heiße Region. Hier wurden neben „Lucy“ unzählige andere vorzeitliche Fossilien gefunden. Die unwirkliche Landschaft mit ihren Salzseen ist ein faszinierendes Erlebnis, sollte aber auf keinen Fall alleine besucht werden. Es ist besser und sicherer, in Addis Abeba eine organisierte Tour zu buchen. Für äthiopische Verhältnisse mag sie dann sehr teuer sein, doch es ist immer noch besser als sich in der Wüste zu verirren.

Bildnachweis: Datei: #152759969 | Urheber: alekosa

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